Interview: Frankfurt Krimi – (ein Anagram befragt seinen Ursprung)

No-Magazin: Sie schreiben grausame Dinge die wirklich passiert sind und bringen diese an andere Orte? Ihre Fans feiern Ihren ersten Krimi und Kritiker machen schräge Anmerkungen? Was sagen Sie dazu.

Wolfstetter: Ich wollte schon immer mal einen Roman schreiben, nachdem ich vorher fast nur Fachartikel getextet hatte. Ein absurder Fall nahm mich eines Tages gefangen, als ich darüber in den Nachrichten mehrfach hörte. Ich nahm die Geschichte und interpretierte diese in eine Gegend die mir sehr gut gefällt und die ich kenne. Vieles habe ich dazu erfunden und geändert.

NoMagazin: Und was meinen Sie zu den Kritiken?

Wolfstetter: Die Kritik freut mich mehr, als das Lob. Sie erscheint mir ehrlich und von Herzen; Vor allem hilft sie mir, mich beim Schreiben zu entwickeln. Nicht das ich es der Masse Recht machen werde, aber das eine oder andere wirkt auf mich.

No-Magazin: Können sie uns Belege dafür nennen?

Wolfstetter: Ja zum Beispiel wurde in „Landzucht“ bemängelt, dass es kurz vor Ende verworren wäre. Der rote Faden fehle. Wenn ich darüber nachdenke, hätte ich die Gerichtsverhandlung kürzer Fassen müssen. Das wird auf neue Werke Einfluss nehmen.

No-Magazin: Und noch etwas?

Wolfstetter: Hhm, ja. Kommissar Nasar würde zu oft auf die besonderen Merkmale der Frauen achten. Aber das wird so bleiben.

No-Magazin: Warum, wollen sie das nicht ändern?

Wolfstetter: Ich habe mir eingangs sehr lange Gedanken über die Protagonisten gemacht. In meinem Schreibzimmer hängen Bilder, gespickt mit Merkmalen. Und Maximilian Nasar ist eben einer, der es nie lernen wird.

No-Magazin: Ist es schwierig, nach dem Schreiben solcher grausamer Krimis entspannt mit der eigenen Familie zu speisen? Lassen Sie Ihre kriminellen Phantasien im Schreibzimmer?

Wolfstetter: Da müssten Sie meine Familie fragen. Ja das ein oder andere Ergebnis, trage ich in mein Leben. Um meine Lieben zu schützen oder einfach zu berichten, wie krank diese Welt oft ist.

No-Magazin: Sie mögen kein Lob?

Wolfstetter: (er lacht) Oh, doch sehr! Das geht direkt ins Herz und bleibt dort.

No-Magazin: Wer sind ihre Schreibidole?

Wolfstetter: Simon Beckett, Donna Leon, David Safier, Douglas Adams. Aber auch Karl May! Ich könnte die Liste noch länger machen, es gibt so viele tolle Schreiberlinge!

No-Magazin: Vielen Dank!

Das Interview führte Negah Westflotter

Hagen Wolfstetter 2010 in Berlin

Hagen Wolfstetter 2010 in Berlin

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.